Wort zum Sonntag: 1€ Job, der keiner ist!
Wie jeden Sonntag ist es nun Zeit für meine Worte dazu. Heute geht es um die 1€ Jobs, die in Wirklichkeit gar keine sind. Wieder ein Thema das in den Medien falsch dargestellt wurde und somit beim Volk auch völlig falsch angekommen ist.
Den Menschen wurde immer wieder vermittelt, sie würden für 1€ oder 1,50€ pro Stunde arbeiten gehen, solange bis viele es glaubten. Man bedenke aber dem ist nicht so, denn es wird zusätzlich zum ALG II gezahlt. Wer seinen Stundenlohn ausrechnen möchte, der muss auch sämtliche ALG-II Leistungen mit rein rechnen. Und dann sieht die Sache schon anders aus.
Denn wer einer regulären Arbeit nachgeht, der muss davon auch alles bezahlen. Darunter fallen Miete, Versicherungen, Lohnkosten und halt alle Ausgaben, die zum Leben dazu gehören. Die Frage ist, warum sollte ein ALG-II Empfänger das nicht auch tun, arbeiten um seinen Lebensunterhalt zu verdienen?
Nun komme ich dazu warum die heutigen 1€ Jobs nicht das bringen was sie sollten. Sie sollten dazu motivieren, wieder eine reguläre Arbeit aufzunehmen. Auch sollten sie zeigen, es lohnt sich einer Arbeit nachzugehen. Um den Menschen zu zeigen, es lohnt sich Arbeiten zu gehen, müsste der Zuverdienst noch erhöht werden, ich denke so ab 3 € pro Stunde sollte es anfangen. Nochmals angemerkt, wir reden hier von Geld, das zusätzlich zu den ALG II Leistungen gezahlt wird.
Das Problem bei der Sache ist, das bei vielen Arbeitgebern gar nicht mehr verdient wird. Denn schon bei heutigen 1€ Jobs sind viele ALG II Bezieher bei knapp 800 € pro Monat. Bei vielen Arbeitgebern, die ich kennen gelernt habe, ist es nicht so, das dass Geld nicht gezahlt werden könnte. Nein es ist in meinen Augen pure Geld- und Gewinngier, auf das die eigenen Taschen recht schnell noch voller werden.
Noch ein Punkt der mir aufgefallen ist und bei dem ich aus eigener Erfahrung sprechen kann. Es gibt viele ALG II Empfänger, die einen 1€ Job haben, nur das der im gewerblichen Bereich liegt. Das heißt, Unternehmer stoßen sich regelrecht Gesund. Wie ist das möglich? Ganz einfach, man braucht nur einen sozialen Zweck erfüllen oder ein Lehrangebot mit Praxis anbieten, schon kommt man an die begehrte ALG II Empfänger. Zudem sind hier wirkliche reale Arbeitsstellen gefährdet.
Wer das nun gelesen hat, der mag vielleicht verstehen, warum viele Menschen keine Lust mehr haben, einer regulären Arbeit nach zu gehen. Dabei ist einer der wichtigsten Punkte, es lohnt sich teilweise gar nicht mehr. Und es werden immer mehr Menschen, die zurecht sagen, das nehme ich nicht mehr an, da mache ich sogar noch Verluste! Leider gibt es aber immer noch genug, die es trotzdem tun und damit indirekt dem Arbeitsmarkt schaden, jedenfalls den Löhnen.
Viel Erfolg,
Frank.
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Tags: 1€, ALG II, Arbeitsstellen, Empfänger, Geld, Job, Sonntag, Wort
Der Beitrag wurde am Sunday, den 3. August 2008 um 15:23 Uhr veröffentlicht und wurde unter Persönlich, Wort zum Sonntag abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.







Am 3. August 2008 um 16:03 Uhr
Ich finde Deine Analyse der Lage sehr gut! Es trifft auf die wichtigsten Punkte:
- Arbeit muss sich lohnen
- 1€ Jobbs dürfen nicht zu einem Wettbewerbsvorteil werden
- Man muss dem 1€-Verdienst die Leistungszahlung einbeziehen
Wie bekommt man nun diese drei Sachen unter einen Hut? Ich glaube, dass das nicht so einfach ist.
Am 3. August 2008 um 16:46 Uhr
Kleiner Nachtrag:
Es hat mich gerade nicht losgelassen, was meine “Bedarfsgemeinschaft” verdienen müsste, um zum ALGII zzgl. 1€ Euro zu kommen.
Folgende Situation: 2 Personenhaushalt (1 Vollzeit und 1 Teilzeit)
Bedarfsgemeinschaft erhält 1.073 € zzgl. 200 Euro aus 1€-Jobb (160 Stunden + 40 Stunden) ergeben 1.273€.
Jetzt die Gegenrechnung:
1273€ abzüglich 280€ aus Teilzeitjobb (7€/std. mit 40 Stunden, Brutto = Netto)
Bleiben 993€ Netto, die der Vollzeitbeschäftigte in 160 Stunden verdienen muss, um auf ALGII zzgl. 1€-Jobb zu kommen.
Bruttoverdienst wären das ca. 1400 Euro. Pro Stunde 8,75€.
Das wäre “unsere Bedarfsgemeinschaft”. Mit anderen Worten: Für unseren Fall bedeutet jeder Verdienst unterhalb von 8,75€ Brutto pro Stunde ein Nachteil gegenüber der “echten Bedarsfgemeinschaft”.
Am 3. August 2008 um 18:16 Uhr
ja es gibt da viele Probleme. das mit der Geld/Gewinngier ist wohl das übelste von allem. Jeder versucht jeden Aufzukaufen und nach herzenslust zu plündern, zu entlassen und wenn das nicht geht – ja dann kurzt man einfach den Lohn. Sick, irgentwie
Gruß Dirk
Am 3. August 2008 um 18:41 Uhr
@zweinullblog
Das sehe ich auch so. Aber vielleicht sollte man diese Gewinngier mal etwas differenzierter Betrachten:
Sagen wir mal ein Handwerksbetrieb “bildet drei ALG-II-Empfänger mit 1€-Jobbs aus”. Nehmen wir mal an, dass ist ein Tischlerbetrieb mit zwei Gesellen und dem Chef. Damit erreicht er eine Kapazitätssteigerung mit lächerlichen Kosten. Der ist gegen die Konkurrenz nun eindeutig im Vorteil.
Betrachten wir mal eine andere Branche. Sagen wir mal das Bauwesen. Dort die Ingenieurbüros. Da gibt es Ingenieurbüros, die mehrere Zehn-Tausend-Euro in Softwarelizenzen stecken. Aber es gibt auch Ingenieurbüros, die sich Lizenen “mal-eben-besorgen”. Diese Büros haben auch einen eindeutigen Vorteil.
Beides ist mit der absoluten Gewinngier oder dem nackten Überleben verbunden.
Was ich damit aufzeigen wollte ist, dass sich jeder Betrieb einen Vorteil schaffen möchte. Wie kann man dagegen vorgehen? Bei sich selbst beginnen!
Am 1. December 2008 um 21:59 Uhr
was sie da reden oder schreiben sind wirklich blöde sachen wer verdiehnt schon so viel okay es gibt scho aber miz privatarbeit halt …brauchts net mal kommentare schreiben san alles um sonssttttt hihhiiii…………
Am 2. December 2008 um 00:20 Uhr
Ich versteh es auch nicht wie sowas überhaupt möglich ist. So was kann nicht mit rechten Dingen zu gehen.