Meinung zu „ Wie viel darf ein Blogger verdienen? „

Link-TippEin Frage die die Gemüter erhitzt, ausgelöst durch einen Post von Stefan Johne. Das Thema geht durch die Blogosphäre, wie ein heißes Messer durch Butter. So haben bereits Selbständig im Netz und sogar Robert Basic darüber berichtet. Stefan wollte wissen, was man denn für einen Blogger zahlen sollte, der 40 Stunden / Woche für einen arbeitet. Hier nun meine Meinungen, Ideen und was es sonnst noch zu dem Thema, zu berichten gibt.


Das Thema wirft natürlich einige Fragen auf. Genau diese Fragen habe ich mal als Gliederung für diesen, nicht kurzen Post, genommen. Auch einige Schlagworte dienen der besseren Orientierung.

1000 € sind ein Witz

Diese 1000 Euronen hat Stefan erstmal in den Raum geworfen, als seine Vorstellung von einem Einstiegsgehalt, für einen Vollzeitblogger. Das erhitzt natürlich die Gemüter, die einen halten es für richtig, andere für einen Witz. Da behaupten ernsthaft sogar welche, dass dafür keiner Arbeiten würde.

Leute kommt mal wieder zurück auf den Boden der Realität. Mich kotzen solche großspurigen Parolen an! In diesem Land arbeiten sehr viele Menschen, in Vollzeit, für sogar viel weniger Geld, da sind sogar 750 € pro Monat schon viel. Da gibt es sogar welche die halten 40 € / Stunde für zu wenig! Nicht selten sind es aber dann die Menschen, die selbst immer alles billig einkaufen möchten. Was im Endeffekt bedeutet, viel kassieren und anderen nichts gönnen!

Zumal man ein Gehalt für einen Blogger, nicht so einfach und pauschal festlegen kann. Denn da spielen einige Faktoren eine Rolle. Im Grunde würde ich es auch nicht Blogger nennen, sondern mehr einen Redakteur. Denn er arbeitet klar im Auftrag von jemandem, und wird dafür bezahlt. Bloggen hat eigentlich immer etwas mit einer persönlichen Meinung zu tun, die steht in einem solchen Falle klar im Hintergrund. Nun aber zu den Faktoren, die über ein Gehalt entscheiden können.

Faktoren beim Lohn eines Bloggers

Wie hoch ist der Zeitaufwand?

Das ist eine berechtigte Frage. Denn es kommt darauf an, wie viele Stunden pro Tag und Woche derjenige, dem Unternehmen zur Verfügung stehen soll. Anfang halte ich es für sinnvoller, es mit einer Halbtagsstelle zu probieren. Alleine schon um dessen wirkliche Qualitäten zu testen. Oder noch besser, erst einmal ein paar Beiträge so einzukaufen.

Qualität und Inhalte der Beiträge

Ein ganz wichtiger Faktor ist, die Qualität der Posts. Wie Umfangreich sollen diese sein? Geht es um ein Fachthema oder soll der Blog allgemein gehalten werden? Soll er über private Sachen bloggen oder ausschließlich über Unternehmensdinge? Fragen über Fragen, die alle einen Einfluss auf den Lohn haben sollten.

Arbeitsaufwand

Welche Aufwendungen hat der Blogger, um seinen Job zu machen? Muss er für Recherchen größere Strecken zurücklegen oder ist er immer am selben Ort? Kann er von zuhause arbeiten oder muss er mit Verkehrsmitteln ins Büro fahren. Diese Punkte haben deshalb einen Einfluss auf das Gehalt, weil diese für hohe Kosten sorgen können oder für richtig Stress sorgen. Schreibt er nur Beiträge oder muss er auch mal Grafiken bearbeiten können. Welche Kenntnisse sollte er mitbringen, zusätzlich zu seiner Hauptaufgabe.

Weiterbildung

Je nach Thema des Blogs kann ab und an auch eine Weiterbildung erforderlich sein. Muss dies der Blogger selbst zahlen oder übernimmt dies das Unternehmen. Denn solche Kurse können richtig ins Geld gehen. Wer hier privat investiert und gut ist, der wird sich kaum mit 1000 € abspeisen lassen.

Rechte an den Beiträgen und die Zukunft

Ein gute Frage ist auch, wer bekommt die Rechte an einem Beitrag? Bei einem Angestelltenverhältnis ist das in der Regel die Firma, bei der man beschäftigt ist. Es kann aber auch anders laufen, doch von dieser Möglichkeit würde ich einem Unternehmen abraten. Da bei einer Entlassung derjenige auch durchaus, die Beiträge entfernen lassen kann.

Sollte mit dem Blog direkt Geld verdient werden, ist natürlich zu beachten, Beiträge bringen auch in Zukunft noch Einnahmen. Aber auch wenn es ein Service-Blog ist, bringen Artikel zukünftige Kunden und damit indirekt Einnahmen. Das sollte man beim Lohn durchaus beachten.

Der Blogger selbst!

Einer würde den Job sicher auch für 750 € pro Monat machen, andere würden für 1000 €, noch nicht mal am Morgen aufstehen. Das liegt aber auch am Blogger selbst. Welche Lebenshaltungskosten hat er, wie ist sein Lebensstandard. Was möchte er sich selbst leisten können. Das Minimum für das jemand arbeiten gehen würde, hängt aber immer von den Lebenshaltungskosten im allgemeinen ab!

Zu den Meinungen

Mittlerweile haben sich auch einige Meinungen um dieses Thema angesammelt. Und da geht es ganz schön heiß her, wenn auch nicht immer Richtig! So behaupten manche, ein Redakteur ist nicht für unter 3500 € / Monat zu haben. Ok, vielleicht beim Spiegel, nicht aber die meisten, denn die verdienen einen Hungerlohn. Allerdings vergessen viele, es hängt vom Aufwand ab, den ein Blogger hat, und welche Sachen er davon vom Lohn selbst bezahlen muss.

Sehr witzig finde ich auch den „niedrigen Lebensstandard“ wo die Rede von 500 € Miete pro Monat ist, herrlich so etwas. Oder auch das ein Hartz IV – Empfänger schon 1000 € pro Monat zur Verfügung hat. Daran kann man erkennen, wie weit entfernt von der Realität ,einige leben und auch denken.

Dabei muss man bei Hartz IV-Empfängern eines bedenken. Zum Leben hat jeder 351 € / Monat zur Verfügung. Darinnen sind Lebensmittel, Strom, Klamotten und aller anderer Kram enthalten. Die Miete, Warmwasser und die Heizkosten gibt es oben drauf. Dadurch ergibt sich zwar eventuell ein hoher Hartz IV-Satz für Familien. Aber das Geld ist weg, denn diese Kosten entstehen bei jedem, ob man nun will oder nicht. Für eine einzelne Person, liegt der Durchschnitt, inkl. Miete bei 750 € / Monat, meistens sogar weit weniger.

Dann zu den Witzbolden, die von 30 € / Stunde ausgehen und ein Selbstständiger mindestens das doppelte nehmen müsse. Falsch, wieder eine Pauschalierung. Denn was ein Selbstständiger pro Stunde nimmt, hängt auch wieder von vielen Faktoren ab. Wie Materialeinsatz, Fahrtkosten, Qualität, Markt und vielen weiteren Dingen! Hört auf einen solchen Stuss zu verbreiten, jedenfalls dann, wenn ihr keine Ahnung von der Materie habt.

Dann gleich mal zu den nächsten Spaßvögeln, die meinen 4-5 Beiträge pro Tag, schüttelt man mal eben so aus dem Ärmel und das in 3-4 Stunden. Auch hier wieder, eine totale Verallgemeinerung. Wie lange man für einen Beitrag braucht hängt auch wieder von verschiedenen Dingen ab. Da wäre z.B., Wie aufwändig ist die Recherche? Müssen Fotos gemacht werden. Natürlich wie immer, viele weitere Faktoren die sich summieren.

Nochmals zur Erinnerung, denn viele verwechseln das gerne! Hier geht es um ein Angestelltenverhältnis und nicht um eine Selbständigkeit. Für beide Formen des Geld verdienens, sind andere Parameter wichtig. Und für alle die noch nicht genug haben, hier noch ein paar Links zu anderen Bloggern, die sich dem Thema angenommen haben!

Mehr zum Thema:

SimN: Was sollten Blogger verdienen?

Robert Basic: 1.000 Euro Netto für Bloggerjob?

ratatam: Warum nicht 1-Euro-Bloggen?

niftz: Wie viel verdiene ich als Blogger?

Software-Trends: Was ein Blogger im Internet verdienen sollte

Reiffix: Geldbloggen gescheitert- eine Auswertung

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Der Beitrag wurde am Friday, den 5. December 2008 um 16:51 Uhr veröffentlicht und wurde unter Arbeitsleben, Bloggen, Blogwelt, Finanzen, Job und Beruf, Persönlich, Selbständig, Verdienen abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

10 Reaktionen zu “Meinung zu „ Wie viel darf ein Blogger verdienen? „”

  1. Dr. Satori

    Als relevante Diskussion würde ich das “Kinder-Geplappere” in Sachen “Was sollten Blogger verdienen” nun wirklich nicht betrachten. Es sollte berücksichtigt werden, dass die Leute, die dort kommunizieren, fast allesamt sogenannte “Traffic-Blogger” sind – also Leute, die mit AdSense-Werbung, Bannerwerbung, undsoweiter Ihren Blog finanzieren wollen. Deren Blogs bestehen meist aus etwas umformulierten copy&paste Artikeln, die ungefähr so wertvoll wie eine kaputte Glühbirne sind.

    Das Alter der Diskutanten liegt zwischen 16 und 25 Jahren. Der selbsternannte Marketingexperte Stefan Johne überschätzt sich zuweilen sehr, was mit seinem Lebensalter zusammenhängen dürfte.

    Die “Diskussion” ist schlicht und ergreifend irrelevant. Kindergarten.

    Dr. Satori.

  2. Dr. Satori

    Lieber Trash-Blogger,
    Du stellst Kommentare falsch dar. Es war nicht die Rede davon, dass einem Hartz IV Empfänger 1.000 Euro zur Verfügung stehen, sondern dass er umgerechnet cirka 1.000 Euro “verdient”. Und dem ist auch so, wenn Krankenversicherung, Miete, etc. reingerechnet wird. Das sind Fakten! Wenn Du heutzutage 1.000 Euro verdienst, hast Du faktisch soviel Geld zur Verfügung wie ein Hartz IV Empfänger – Du solltest es eigentlich am Besten von allen wissen!!! Oder soll ich Dir die ganze Scheiße hier auf Deinem Blog nochmals vorrechnen???

    1.000 Euro sind heute nichts mehr wert!

  3. Frank

    @ Dr. Satori Da ich selbst mit Herrn Johne zusammenarbeite, nein wir bloggen nicht, kann ich dazu nur sagen. Die Arbeit mit ihm läuft immer Top, und sehr zuverlässig ab. Somit kann ich Ihre Meinung nicht teilen. Sie kennen keine der Personen persönlich, vielleicht mal nen Gang zurück schalten.!

  4. Peter

    @Frank,

    Du hast vieles erkannt.

    Zuerst kommt es darauf an wie lange so ein Blogger am Tage arbeiten müsste um die geforderten Artikel zu verfassen. Wenn diese eine bestimmte Qualität haben sollen geht unter 2 bis 3 Stunden pro Artikel nichts.

    Von die Leute die alle so behaupten das unter € 2000 oder € 3000 alles Ausbeutung wäre sind sicherlich etliche deren Haushaltsnettoeinkommen bei werten um 1000 bis 1500 Euro liegen.

    Als ich früher als selbständiger Promotor tätig wäre, verdiente ich im Monat mindestens € 5000 wenn nicht mehr. Da ich aber viele Kosten hatte (Fahrstrecken waren oft bis zur 300 km am Tag) braucht ich auch soviel Geld zu zu leben.

    Wenn ein Blogger so eine Tätigkeit von zu Hause aus vorwiegend machen kann, braucht er sicherlich viel weniger um ein ähnlichen Lebensstandard zu ermöglichen.

    Die eigentlich Stelle ist für ein Fach Blog und dazu noch in Englisch. Also wird man kein Gelegenheitsblogger nehmen können. Somit ergibt sich schon das € 1000 sicherlich zu wenig sind. Realistisch wäre sicherlich ein Nettolohn der sich zwischen 1500 und 2500 Euro einpendelt, je nach wirkliche Anforderung.

  5. Dr. Satori

    @Frank:
    äh, was hat das mit der Unterbezahlung zu tun? 1.000 Euro sind zu wenig. Entspricht Hartz IV Kohle. Dann auch noch über Kunst bloggen. Ja, kann ja jeder, freilich. Über Internetscheiße bloggen, wie SEO, eBooks, Marketinggeschwafel undwasweißich – DAS kann jeder. Aber nicht über Kunst und dann noch für 1.000 Euro.

    Was heißt hier Gang runterschalten?? Ich habe noch garnicht hochgeschaltet!!!

  6. Dr. Satori

    Oh, hätte ich fast vergessen: Vielen Dank noch für Deinen Kommentar bzgl. meines vorletzten Videos! Tja, diese IPs…

  7. herbert

    letzthin habe ich ein ernstgemeintes (?) Angebot gelesen, 100 Worte für 50 cent und ich befürchte, es wird einen Dummen geben, der darauf einsteigt.

  8. Dr. Satori

    Zeilenhonorar bei Zeitungen: ca. 15-20 Cent.

    Allerdings muss die Spaltenbreite berücksichtigt werden. Ein Artikel, der ungefähr einer DIN A4 Seite entspricht, kommt so in etwa auf 50 Euro.

    Warum soll ein qualitativ guter Blogger schlechter verdienen als im Printmedium? Gibt es einen besonderen Grund dafür, außer dass das Kind Johne Dumping-Preise gestalten möchte? Ein Printmedium beinhaltet unverhältnismäßig höhere Kosten (Druck, Grafik, Druckvorstufe etc.) als dieser Internetkram. Wer Dumping will, bekommt Dumping! Es wird immer irgendwelche Idioten geben, die für’n Appel und’n Ei etwas machen. Das sind dann die Leute, die sich selbst nichts wert sind. Die sich längst aufgegeben haben. Die jeden Drecksjob annehmen. Die für Ausbeuter arbeiten und somit indirekt Ausbeutung gutheißen.

    Wisst Ihr, was ich früher gemacht habe, wenn ich bemerkte, dass mich jemand bescheißen will? Ich habe ihm schlicht und ergreifend die Fresse poliert. Warum macht das heute keiner mit Personen, die solche Vorschläge unterbreiten? Zack, eines aufs Maul und der Typ hält die Klappe. Ganz einfach. Zum Zusammenleben brauchts keine Polizei, sondern Zivilcourage – die bald nirgendwo mehr vorzufinden ist. Alle schreien nur noch nach Gesetzen – motzen dann aber, wenn bekannt wird, dass alles überwacht wird.

    Auf die Fresse hauen und gut ist. Meine Meinung.

    Dr. Satori

  9. Tom

    “Leute kommt mal wieder zurück auf den Boden der Realität.” …

    ;)

    Insgesamt nen klasse Artikel! Respekt!

    Gruß
    Tom

  10. Dr. Satori

    Der Artikel von Stefan Johne ist kein “KLASSE ARTIKEL”, sondern lediglich ein Artikel um Linkbaits zu sammeln. Sucht einen Blogger für “Kunst” – jaja, was für Kunst denn???

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