Wollen wir den Preis zahlen?
Die meisten werden sich noch an den Streik der Milchbauern erinnern. Die für höhere Verkaufspreise gestreikt haben, um weiterhin wirtschaftlich bleiben zu können. Vor kurzem hat Edeka, Plus mit allen Filialen übernommen. Bei uns wird daraus ein Netto-Markt, ob das was wird ein zweiter Netto-Markt, in einer solch kleinen Stadt? Aber das ist ja auch nicht das Thema hier. Jedenfalls, so scheint es, wird versucht die so entstandene Marktmacht zu missbrauchen. Denn Edeka fordert von seinen Lieferanten heftige Preisnachlässe, von bis zu 10 %. Auch gab es wohl wieder starke Preissenkungen bei Aldi, Lidl, die ihre Produkte nun noch billiger ihren Kunden anbieten wollen.
Was können wir als Verbraucher tun, können wir überhaupt etwas tun? Wir können diese Läden oder Produkte meiden. Moment mal, sind günstige Preise, nicht etwas Gutes für uns Endverbraucher? Nein, denn es gibt auch Grenzen, über die es gilt einmal nachzudenken.
Man muss sich mal überlegen, jeden Preisnachlass, den wir als Kunden bekommen, reichen die Handelsketten weiter an ihre Lieferanten. Durch ihre große Marktmacht versuchen die großen am Markt, nun die Preise, bei den Lieferanten zu drücken. Meiner Meinung nach, kommt dies einer Erpressung gleich. Aber Preise kann man nicht ewig nach unten drücken! Das führt zum Verlust von Arbeitsplätzen oder sogar ganzen Unternehmen. Am Ende sind wir selbst die Leid tragenden, wenn der eigene Arbeitsplatz auf dem Spiel steht. Oder wir keine neue Arbeit mehr finden, weil wir in der Masse nicht bereit sind, faire Preise zu bezahlen.
Aldi und Co. glauben immer noch daran, dass man die Kunden alleine mit günstigen Angeboten locken kann. Zum Teil mag es stimmen, aber auch ich habe andere Erfahrungen gemacht. Denn ich selbst kaufe beim Essen, was mir schmeckt und nicht selten können die Billigprodukte da nicht mithalten. Gerade bei Süßigkeiten, stelle ich immer wieder fest, der billig kram ist Süß, mehr aber auch nicht. Das trifft natürlich auch auf andere Produkte zu. Ich setzte zwar nicht zwingend auf Markenprodukte, doch was mir zu billig erscheint, lasse ich mittlerweile im Regal stehen.
Gespart wird bei diesen Unternehmen aber nicht nur beim Lieferanten, vor allem bei den Lohnkosten und Mitarbeitern wird gespart. Hier können wir nur eines tun, unsere Meinung kundtun und diese Geschäfte wirklich meiden, soweit es jeden Falls geht. Denn irgendwann, müssen die Ketten umdenken, wenn sie denn noch was verkaufen wollen.
Am Ende ist unser eigenes Kaufverhalten ein entscheidender Punkt, wie die Zukunft aussieht. Denn es kann nicht sein, das Führungsetagen sich dumm und dämmlich verdienen, während alle anderen in der Nahrungskette, den Bach runtergehen.
Quelle: Morgenpost
« Von Opel und Co., soll der Staat Unternehmen retten? Opel - Will Hilfe hat aber keine Steuern gezahlt »
Tags: Handel, Lieferanten, Lohnkosten, Preise, Produkte
Der Beitrag wurde am Saturday, den 7. March 2009 um 12:41 Uhr veröffentlicht und wurde unter Arbeitsleben, Gesellschaft, Wirtschaft abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.







Am 13. March 2009 um 00:59 Uhr
kurz und knapp: Word!
die leute sehen das aber anscheinend nicht, die sehen nur, dass es immer günstiger wird, dass das ein teufelskreis ist und mal radikal betrachtet, irgendwann den untergang gleichkommen würde. Ich bezahl gerne für meine Milch 75 cent oder auch 81, dafür weiß ich, dass es gute ist, außerdem werden damit eben arbeitsplätze erhalten…